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Mittwoch, 15. Juli 2015

12-7: Experimente mit und ohne Farbe

Es gibt allen Ernstes ein 12-7!

Ich hatte hier jahrelang relativ feinen, dunkelblauen Jersey liegen. Und ich wollte schon immer mal mit Chlor bleichen. Jetzt bin ich um eine Erfahrung reicher.
Eigentlich wollte ich ein unregelmäßig gebleichtes Muster auf der Front eines blauen Shirts. Dummerweise hatte das Chlor andere Pläne und hatte eine stärkere Bleichwirkung außen als im Bereich des Schaumes, also mußte ich innen nachhelfen und bekam einen mir viel zu einheitlichen gebleichten Fleck.
Aber Moment, ich habe doch noch Textilfarbspray! Also habe ich mich mit türkisem, rotem und lilanem Spray ausgetobt und bin jetzt doch ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Den Schnitt habe ich von einem gekauften Shirt mit leicht überschnittenen Schultern und engen, halblangen Ärmeln abgenommen. Ich mag den Schnitt recht gern, denn so sitzt das Shirt locker, ohne gleich nach Zirkuszelt auszusehen

Die Farben wirken auf dem Photo leider etwas blaß. Kommt davon, wenn man beide DSLRs am Arbeitsplatz parkt und daheim dann die alte Bridge ausgraben muß.



Sonntag, 28. Oktober 2012

Winteranfang 2012

Mein Winter beginnt ja immer mit einem Paar Socken. Diesmal war es ein angefangenes, das seit Mai einsam herumlag.
Diesmal gibt es die Par 5 Socks von Ingrid Hiddessen aus Fabiani Strumpfgarn Bamboo.



Ausgelöst wurde die Fertigstellung durch ein bißchen Färberei. Ich wollte schlicht nicht NOCH ein angefangenes Paar Socken herumliegen haben.
Als x. Testlauf für eine größere Wollfärbung für einen Pulli habe ich diesmalSchoppel-Wolle Admiral Bambus Seide mit Ashford-Farben in einen Topf gepackt. Immerhin, so langsam wird es heller, das Ergebnis nähert sich auch langsam der Vorstellung an. ;)



Sonntag, 3. Oktober 2010

Ausreden II

Dazwischen falle ich derzeit immer mal wieder dem Färbewahn anheim. Ich habe mich ein wenig in die schönen Wollen von www.sanguinegryphon.com verguckt, bin aber zu dem Schluß gekommen, daß die weit außerhalb meines Budges liegen. Dann fiel mir ein, daß ich seit ewigen Zeiten Ashford-Farben hier habe, die ich "irgendwann mal ausprobieren" wollte. Einige Stränge ungefärbter Sockenwolle waren auch noch da, also stand der Sache doch nichts im Weg. :)
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Testfärbungen, damit ich die größere Menge, die ich für eine Weste o.ä. brauche dann nicht in den Sand setze.
Nr. 1: Sherwood Forest. Ich hab wohl etwas zuviel Robin Hood (die neue BBC-Serie) geschaut. Obwohl ich ziemlich experimentell an die Sache herangegangen bin, entspricht das Ergebnis doch ziemlich genau dem, was ich mir vorgestellt hatte. Die erste waldige Socke ist schon fertig, sobald sie nicht mehr allein ist, gibt´s die Photos.



Nr. 2: Nightly Heather sollte eigentlich Misty Heather werden, aber irgendwie wurde es doch deutlich dunkler als geplant. Gefallen tut mir die Färbung trotzdem (der Kamera offenbar nicht Eigentlich sollten es nur Photos für meinen Stash bei Ravelry werden, also entschuldigt bitte die schwummrige Qualität, war schon etwas spät gestern).


Nr. 3: Bei Stormy Sky wollte ich mich etwas an die helleren Farben herantasten. Schon besser, aber noch nicht ganz, was mir vorschwebte



Nr. 4: Seaside Rendezvous. Dito. Wurde während des Kochens auch deutlich dunkler.


Fazit: Färben mit Ashford macht wirklich Spaß und ist kein großer Aufwand, aber bei den helleren Farben muß ich noch üben. Herrje, ich könnt´ schon wieder...

Sonntag, 6. April 2008

Färbereien außer Konkurrenz - Die Indigolösung

Heute wurde mal wieder farbige Wolle produziert. Nachdem ich derzeit nicht spinnen kann (maroder Daumen) hab ich erstmal günstig fertige Wolle besorgt (1kg um genau zu sein) um damit weiter zu experimentieren.

Um etwas farbliche Abwechslung zu bekommen habe ich es mit der Indigolösung von Wollknoll.de probiert. Nachdem ich dadurch schummle (ist ja gelöstes Indigo; Magen und Schutz der Nachbarn verbieten mir die traditionelle Aufbereitung - Urin, Gären lassen etc. - von Indigo derzeit) läuft die Aktion außer Konkurrenz.

200g Schurwolle, eine Stunde gebeizt in 50g Alaun und 12 g Weinsteinrahm, wurden in 5l Wasser mit 100 ml 50%iger Essigsäure und ca. 75 ml von der Indigolösung eine halbe Stunde lang gekocht. Ich war etwas misstrauisch, weil ich im Internet von einigen mißglückten Färbungen mit dem Zeug gelesen hatte, kann die negativen Beobachtungen aber überhaupt nicht bestätigen. Die Wolle ist schlicht und ergreifend blau.

Weil ich noch ein Viertel von der Lösung übrig hatte hab´ ich darin den 2. Krappzug von neulich, der mich so an Batik erinnert hat, darin "entsorgt". Es ist zwar noch nass, sieht aber lustig blau-lila-melliert aus. Schade, dass sich das mit dem Kardieren der Wolle ändern wird.

Bilder folgen, wenn der Kram trocken ist.

Ich denke, demnächst kommt mal Cochenille dran.

Sonntag, 23. März 2008

Testfärbereien 3 / Ernstfärben 1 - Birkenblätter


23.03.:

Derzeit weichen etwa 240g Birkenblätter ein, die morgen außer den üblichen Testschnibbeln auch 70cm des feinen Wollstoffs färben sollen. Die Aktion dient mehreren Zwecken: Der Stoff soll an der Blauen Nacht zu einem Kinderkleidchen verarbeitet werden; außerdem möchte ich sehen, in wie weit sich dass Grün von Birkenblättern von dem der Goldrute unterscheidet. Das Ganze wird spannend, da ich nicht wie im Rezept vorgesehen vorher Farbzüge in Gelb machen werde, sondern direkt auf grün gehen werde. Ich wüßte einfach nicht, was ich noch alles gelb färben sollte, bzw. was ich im Anschluss damit machen sollte, da gelb nicht so wirklich meine Farbe ist. Ich hoffe also das beste.
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24.03.:
150g Färbegut (130 g Wollstoff, 20 g Shetlandwolle im Vlies)
Beize: 25 g Alaun, eine Stunde gekocht
Das eingeweichte Birkenlaub wurde eine Stunde lang gekocht, anschließend abgeseiht, die Blätter in einen Lappen gebunden und mit dem Sud weitergekocht. Das Färbegut wurde eine Stunde im Sud gelb gekocht, danach wurde der Farbbeutel entfernt und dem Sud 3-4g Eisensulfat zugesetzt. Darin wurde die Wolle weitere 15-20 min gekocht.
Generell lässt sich schon jetzt sagen, daß die Birkenfärbung deutlich kräftiger wirkt als meine Goldrutenfärbung. An der Shetlandwolle sieht die Farbe recht nett aus, wie sie auf dem Stoff geworden ist kann ich erst sagen, wenn er trocken ist. Derzeit wirkt er ziemlich bräunlich, aber das kann sich noch geben.
Das Gelb ist weniger grünlich als bei der Goldrute. Direkt vergleichen kann man die Ergebnisse ja leider nicht, da es sich um unterschiedliche Mengen handelt und ich heute keinen Gelbzug gemacht habe.
Ich bin gespannt und hoffe auf das morgige Tageslicht
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25.03.:
Holla! Es ist grün!
Um ehrlich zu sein, es hat genau die Farbe, auf die ich gehofft habe. Leider kann der Photo die Intensität der Farbe kaum einfangen. Da können moderne chemische Farben einfach nicht mithalten, auch wenn man das auf dem Bild kaum sieht.



Montag, 3. März 2008

Testfärbereien: Aus weiß mach bunt, Teil 2 - Krapp


Am Abend des 2.3. wurde die nächste Runde eingeläutet: Ich habe 57g Krappwurzeln gemahlen. Sehr unauthentisch mit einer elektrischen Kaffeemühle der 70er Jahre. Das Pulver wurde dann über Nacht eingeweicht.
Die Wolle (wie beim letzten Mal neuseeländische, wenn auch diesmal weißgelbliche - 120g, ein bisschen Shetland - 20g und ein paar Fitzelchen des Wollstoffs für´s Kleid) wurden wieder mit Alaun (30g) und Weinsteinrahm (10g) eine Stunde lang gebeizt. Im Gegensatz zum Rezept werde ich die nasse Wolle hier nicht eine Woche lang rumliegen lassen. Es ist ja nur eine Testfärbung.
Die erste Färbung wurde bei 65 bis 75 °C eine Stunde lang gekocht. Der Krapp wurde - im Gegensatz zum Goldrutenkraut beim letzten Mal - einfach im Topf belassen, da Krapp bei Kontaktfärbug intensiver wird. Das kann ich voll und ganz bestätigen. Am Ende der Stunde leuchtete es mir dermaßen aus dem Topf entgegen, daß jede Feuerwehr neidisch geworden wäre. Allerdings habe ich festgestellt, daß wohl wirklich die Kontaktfärbung ausschlaggebend ist, denn schon die locker zusammengebundenen Stellen des Kammzugs haben deutlich schlechter angenommen.
Die zweite Färbung erfolgte bei 75 bis 80°C, wieder eine Stunde. Das Ergebnis war nicht so beeindruckend. Vielleicht, weil weniger Krappbrösel im Topf waren (das meiste hing in der Wolle vom 1. Zug), vielleicht hätte ich generell mehr Krapp nehmen sollen. Das Ganze erinnert mich stark an eine rote Batikhose, die ich mal hatte. Man merkt, es hätte ein leuchtendes Rot werden wollen, es hat´s aber nicht ganz geschafft. Was ich mit der Wolle mache, muss ich mir noch überlegen.
Beide Färbungen wurden im Anschluss ans Köcheln in Seifenlauge und anschließend klar gespült, sowie mit etwas Essig fixiert.
Fazit: Der erste Zug macht vom Ergebnis her den zweiten vollkommen wett, allerdings graut mir davor, die Krappkrümel aus der Wolle zu puhlen, bzw. rauszukämmen. Ich drücke mich derzeit davor.
Links der erste Zug, rechts der zweite (der wirkt allerdings auf dem Photo besser als real).


Mittwoch, 27. Februar 2008

Testfärbereien: Aus weiß mach bunt, Teil 1 - Goldrute


Irgendwie würde das hier auch zum Spätmittelalter oder zu den Spinnereien zählen.
Vom 26. auf den 27. Februar hab ich in einem spontanen Anfall von "das muss mal voran gehen" 100g Goldrutenkraut über Nacht eingeweicht. Am nächsten Tag wurde dann ein riesiger Topf angeschafft, den ich (ich war ziemlich übernächtigt, in der Nacht vorher war ein ziemlich lauter Sturm) El Topfo genannt habe. Den Goldrutenpamps habe ich zwei Stunden lang ausgekocht, abgeseiht und einen Teil in ein Tuch eingebunden.
Zeitgleich wurde , entsprechend dem "Rezeptbuch" von Dorothea Fischer erstmal die Wolle mit Alaun und Weinsteinrahm eine Stunde lang gebeizt. In erster Linie war das neuseeländische Wolle (weil man die eben so leicht nachbestellen kann), dazu noch Proben einer Shetlandwolle und kleine Schnippsel des Wollstoffs, aus dem das Spätmittelalterkleid entstehen soll.
Die erste Färbung sollte gelb werden. Also die leicht abgekühlte und ausgedrückte Wolle aus der Beize in den Färbesud umbetten, und wieder eine Stunde lang kochen. Im Laufe der Zeit wurde das ganze doch erfreulich gelb. Nach dem Färben und leichten Abkühlen wurde der ganze Krams dann in einer Seifenlage ausgewaschen und klargespült.
Die zweite Färbung (gleicher Sud, neuer Beutel mit Goldrutenpamps) wurde dann zu grün weiterentwickelt. Trotzdem erstmal wie gehabt eine Stunde lang gelb kochen, erst im Anschluss dann die angegebenen 2% Eisensulfat mit rein und 15 min weiterkochen. Das Ergebnis war reichlich mau, also hab ich nach einer angemesseneen Wartezeit mehr Eisensulfat dazu (letzten Endes waren es dann sicher 6%). Nachdem mich das immernoch nicht überzeugte, hab ich der Wolle ca. 20 min Frischluft gegönnt und anschließend nochmals für 15 min in den Topf geschmissen. Gefallen hat mir das noch immer nicht, aber meine Lust und Laune waren aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit erschöpft. Also raus aus dem Topf und zur Seifenlauge mit dem Zeug. Und wuuuuuuusch, bei Kontakt mit der Seifenlauge muss chemisch was wichtiges mit dem Eisensulfat passiert sein, denn es fällte schwarz aus, und die Wolle war auf einmal grün! Laut Buch sollte sie das zwar schon vorher sein, aber ich habe beschlossen, das Ergebnis nicht zu hinterfragen.
Die Wolle sah allerdings eher nicht so knackig aus, und ich war eigentlich schon zu dem Schluss gekommen, daß Kammzug zu färben wohl keine so dolle Idee war. Aber schau an, nach dem Trocknen habe ich die filzigen Wollschlangen kardiert und fluffigweiche, ziemlich bunte Wolle erhalten.