Freitag, 17. April 2009
Frustsocke
Nach einer verlorenen Schlacht gegen das nächste Tuch hab´ ich beschlossen, daß JETZT ein guter Moment ist, um auch einmal Lace-Socken zu stricken. Beim Muster handelt es sich um "Whispering Lace Socks", das mir bei Ravelry über den Weg gelaufen ist, das Garn ist Lana Grossa Meilenweit, Farbe 1335. Generell bin ich recht glücklich mit dem Ergebnis, aber der Rest des 50g-Knäuels reicht gerade eben nicht für die 2. Socke, also muss ich da erstmal nachbesorgen. Da ich aber hier ein Ufo im Anflug bemerke, gibt´s trotzdem mal ein Photo. Die neue Fersenvariante mag ich sehr gern, in der Länge hätte das Ding vielleicht noch einen halben Rapport vertragen.
Nachtrag: Ha! Sieg! Am Freitag, kurz vor der Fahrt zu einer Tagung, bin ich in einer Hopplahopp-Aktion zu dem Laden gefahren, in dem ich Knäuel 1 gekauft hatte. Audi ins Parkverbot gestellt, aus den Grabbelkörben am Eingang 2 verbilligte Knäuel Lana Grossa Cotton in grau gegriffen, in den Laden gestürmt, auf die Ecke mit der Meilenweit zugesteuert, gehört "Ui, Sie sind aber zielstrebig!", triumphierend Farbe 1335 gegriffen, Person angegrinst, noch ein Knäuel in einer dazu passenden Farbe geschnappt (schließlich werde ich ja am Ende fast ein Knäuel 1335 über haben), Richtung Kasse stolziert, bezahlt und wieder ins Auto gesprungen.
Anders formuliert: Ich hab´ Nachschub!
Mittwoch, 8. April 2009
Das Waldfruchttuch
Wie war das nochmal mit der UFO-Beseitigung?
Vor ein paar Tagen habe ich ein weiteres Projekt abgeschlossen, diesmal ist es ein biiiißchen größer als die letzten.
Das Lacetuch wurde nach dem Muster "Nightingale" von WollLust mit einer einfadigen Merinowolle mit dem Namen "Frutos del Bosco" aus dem gleichen Shop gestrickt. Ich hatte lange überlegt, ob ich noch einen Rapport dranstricken soll oder nicht. Ein Glück habe ich es gelassen, denn schon so reichte die Chaiselongue (Länge: 1,8 m) gerade mal so zum Spannen; dabei ging doch gerade mal 60% der 100g Wolle dafür drauf. Ich bin noch immer verstört, aber ansonsten sehr glücklich mit dem Tuch.
Mittwoch, 1. April 2009
Das Federgewicht
Nachdem ich dieser Tage im Forum feststellen durfte, daß ich nicht die einzige bin, die einen kleinen Fuhrpark nicht mehr ganz so neuer Maschinen beherbergt, nehme ich mir die Bitte um ein Photo meines letzten Neuzugangs zum Anlass, nach und nach meine Maschinen hier vorzustellen.
Die Singer 221 K wird auch Featherweight genannt. Mit etwa 11 Pfund ist sie auch relativ leicht im Vergleich zu anderen Maschinen ihrer Zeit (ich habe mir sagen lassen: auch im Vergleich zu manch moderner Maschine). Das Modell wurde von 1926 bis 1964 (andere Quellen sagen 1933 bis 1961) in den USA und England gebaut. Meine stammt aus dem Jahr 1949 (zumindest wurde der Fabrik in Kilbowie/ Schottland Ende des Jahres die Seriennummer meiner Maschine zugewiesen), verfügt aber über eine so genannte Centennial Badge: 1951 feierte Singer seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass versah man die Maschinen mit einer Jubiläumsmarke (zu deutsch: das ovale Ding rechts an der Maschine sah anders aus als sonst ). Ich nehme mal stark an, daß sie dann auch erst 1951 in den Handel gelangte. Ausgeliefert wurde die Featherweight in einem handlichen Koffer mit ein wenig Zubehör. Der Motor liegt bei den Featherweights noch außerhalb der Maschine und ist mit einem Riemen mit der Mechanik im Inneren verbunden. Meine Maschine läuft noch auf 110 Volt, weshalb ich einen Transformator zum Betrieb brauche. Gemessen an modernen Maschinen sind die Funktionen äußerst sparsam: sie näht vorwärts und rückwärts. Allerdings kann man das gesamte Sortiment an Anbauteilen und Zubehör meiner anderen Maschinen auch an der Featherweight befestigen, weshalb sie damit dann auch Zickzacknähte kann, Rüschen, Biesen, Schnuraufnähen und so weiter. Lediglich die Fadenspannung ist etwas heikel und entpuppt sich immer wieder mal als ziemliches Gepfriemel. Ob das generell so ist oder nur bei meiner habe ich noch nicht herausgefunden.
Gefunden haben wir uns über ein bekanntes Onlineauktionshaus, wo man sie nicht unter ihrem Namen oder ihrer Modellnummer angepriesen hatte. Ich denke, das war der Grund, weshalb ich sie verhältnismäßig günstig bekommen habe. Die Amerikaner sind ganz wild auf diese Maschine und verwenden sie gerne für Quiltkurse. In Deutschland ist sie eher wenig bekannt. Es entstand ein gewisser Mythos, der sich auch im Preis niedergeschlagen hat: bei besagtem Onlineauktionshaus werden in den Staaten und in UK öfter Maschinen für um die 300 Dollar angeboten. Zu dem Preis hätte ich sie mir aber beim besten Willen nicht geleistet. Vom Zustand her liegt meine etwa im Bereich 8, sie hat ein paar kleine Kratzer, die Verzierungen sind vollständig erhalten, kein Rost. Sie ist also nicht fabrikneu, aber in sehr gutem Zustand.
Falls sich jemand für das Modell interessiert: hier finden sich umfangreiche Informationen und auch Angebote (allerdings eher für das gut gefüllte Konto).
Beim Forumstreffen in Bordenau hat mir Tipsy zufällig die Arbeit des Photographierens abgenommen. Danke nochmal an dich, daß ich das Bild verwenden darf!
Mittwoch, 25. März 2009
XL
Ha! Endlich ist er fertig!
Vor... einiger Zeit hatte ich einem Freund versprochen, ihm einen Pulli zu stricken. Er hatte nämlich eine Wolle bei mir gesehen, die ihm ausnehmend gut gefiel. Aber geben wir´s zu, Pullis in glatt rechts werden irgendwann ein wenig fad (und nachdem auch ich einen Pulli aus der Wolle habe ging mir die auch irgendwann auf den Zeiger ), und so hat sich die Sache etwas gezogen. Statt eines Strickmusters bekam ich einen Alt-Pulli des künftigen Besitzers und durfte mir die Maschenzahlen selbst ausknobeln.
Nachdem ich den 2. Ärmel zur Begeisterung einiger unbekannter Mitreisender Anfang Januar auf der Fahrt nach Wien gestrickt habe, lag das gute Stück nun in Einzelteilen herum und harrte seiner Fertigstellung.
Natürlich ist der Pulli meiner Puppe zu groß. Die kann einfach keinen Mann in den 1,80ern imitieren. Deshalb lässt der Pulli so ein wenig die Schultern hängen.
Donnerstag, 19. März 2009
Altlastenbeseitigung I
Ich hatte ja erwähnt, daß ich zwar Sticken, nicht aber das Abschließen der Projekte mag. Auf der anderen Seite bin ich gerade rigoros dabei, Handarbeits-UFOs zu beseitigen, und zwar durch Fertigstellung.
Der erste Streich ist ein Beutel, der seit... na, sagen wir mal: Längerem auf Halde lag. Die erste Hälfte (Vorder- und Rückseite sind hier gleich) war schon lange fertig, abgebrochen wurde einmal, weil ich neues Garn brauchte. Also habe ich im Verlauf der letzten Abende auch einmal die 2. Seite gestickt, Vlieseline aufgebügelt (für den Fall, daß später mal etwas hineinkommt, daß sich in den Fäden verheddern könnte) und tatsächlich mal einen Beutel draus gemacht.
Langer Rede kurzer Sinn: Altlast Nr. 1 ist beseitigt und ich mag das Ergebnis.
Donnerstag, 12. März 2009
Erlaubte Hilfsmittel
Es ist ja schon eine Weile her, daß ich versprochen hatte, das "neue" Rad mal vor die Kamera zu zerren. Heute hat sich das angeboten, denn nicht nur, daß es im Wohnzimmer gerade ungewohnt zivilisiert aussieht, ich hab auch mal daran gedacht.
Ich darf vorstellen, mein Rad:
Es ist nicht ganz neu, es ist eine sogenannte Ziege (d.h. Schwungrad und Spindel liegen nebeneinander; beim Bock liegen sie übereinander), es ist zweifädig (ein Begriff, der eigentlich totaler Blödsinn ist, denn es ist lediglich ein Triebfaden vorhanden, der jedoch doppelt über das Rad läuft und Spindel und Flügel getrennt antreibt) und spinnt dick wie dünn.
Über Alter oder Produzent weiß ich leider gar nichts. Sollte es da draußen jemanden geben, der da schlauer ist: Laß mich teilhaben!
Bisher haben wir uns aber auch ohne diese Informationen ganz gut verstanden. Es ist recht schlicht, aber genau so mag ich es und ich finde, das dunkle Holz hebt es angenehm aus der Masse der hellen und rötlichen Räder heraus.
Ich darf vorstellen, mein Rad:
Es ist nicht ganz neu, es ist eine sogenannte Ziege (d.h. Schwungrad und Spindel liegen nebeneinander; beim Bock liegen sie übereinander), es ist zweifädig (ein Begriff, der eigentlich totaler Blödsinn ist, denn es ist lediglich ein Triebfaden vorhanden, der jedoch doppelt über das Rad läuft und Spindel und Flügel getrennt antreibt) und spinnt dick wie dünn.
Über Alter oder Produzent weiß ich leider gar nichts. Sollte es da draußen jemanden geben, der da schlauer ist: Laß mich teilhaben!
Bisher haben wir uns aber auch ohne diese Informationen ganz gut verstanden. Es ist recht schlicht, aber genau so mag ich es und ich finde, das dunkle Holz hebt es angenehm aus der Masse der hellen und rötlichen Räder heraus.
Gesponnen, gezwirnt, geknäult
Oder auch: ein kurzer Faserkreislauf.
Nachdem ich von meinem neuesten Projekt genug produziere, kann ich einmal etwas gleichzeitig in verschiedenen Phasen zeigen.
Ich habe hier zu gleichen Teilen Corriedale in sehr dunklem Blau und hellem Flieder mit magentafarbenem Merino locker kardiert*. Wollte ich eigentlich gar nicht, war aber nicht zu umgehen, da sich das Merino ziemlich geziert hat, mit den gewöhnlichen Schafen zu spielen. Den Snobismus hab ich ihm ausgetrieben.
Beim Spinnen entsteht so ein unregelmäßiger Farbwechsel, teilweise mischen sich die Farben auch. Bei der Fadenstärke habe ich nur leicht variiert um der Wolle noch ein wenig Substanz zu geben.
Anschließend werden je zwei Fäden miteinander gezwirnt und nach dem obligatorischen Waschen zu handlichen Knäueln gewickelt. Ja, die sehen nicht ganz so ordentlich wie gekaufte Knäuel aus, aber sie sind echte Handarbeit an der Nostepinne. So ein Garnwickler zum Kurbeln wäre schon auch mal eine feine Sache, aber so schrecklich oft wickle ich nun auch keine Knäuel.
Insgesamt werde ich davon ca. 300g verspinnen, der größte Teil ist sogar schon erledigt und flauschen inzwischen in Form von etwas über 400m vor sich hin**. Ich denke, alles in allem werden es wohl deutlich über 500m werden. Bitte nicht fragen, was es mal werden soll. Vielleicht reicht es für eine Weste.
* Okay, ich bin ehrlich: ich habe gar keine Karden. Ich finde die Dinger ziemlich teuer und bin zu dem Schluss gekommen, daß zwei Feilenbürsten aus dem Baumarkt für einen Bruchteil des Preises diesen Zweck vorerst auch erfüllen. Der Typ für intensives Kardieren bin ich eh nicht.
** Wie ich das messe? Nach dem Zwirnen wickle ich die Wolle gezwungenermaßen ab, so daß sie als lockerer Strang gewaschen werden kann. Derzeit wickle ich um ein Buch, bei dem eine Umrundung 44cm hat und zählefluchend fröhlich die Runden.
Nachdem ich von meinem neuesten Projekt genug produziere, kann ich einmal etwas gleichzeitig in verschiedenen Phasen zeigen.
Ich habe hier zu gleichen Teilen Corriedale in sehr dunklem Blau und hellem Flieder mit magentafarbenem Merino locker kardiert*. Wollte ich eigentlich gar nicht, war aber nicht zu umgehen, da sich das Merino ziemlich geziert hat, mit den gewöhnlichen Schafen zu spielen. Den Snobismus hab ich ihm ausgetrieben.
Beim Spinnen entsteht so ein unregelmäßiger Farbwechsel, teilweise mischen sich die Farben auch. Bei der Fadenstärke habe ich nur leicht variiert um der Wolle noch ein wenig Substanz zu geben.
Anschließend werden je zwei Fäden miteinander gezwirnt und nach dem obligatorischen Waschen zu handlichen Knäueln gewickelt. Ja, die sehen nicht ganz so ordentlich wie gekaufte Knäuel aus, aber sie sind echte Handarbeit an der Nostepinne. So ein Garnwickler zum Kurbeln wäre schon auch mal eine feine Sache, aber so schrecklich oft wickle ich nun auch keine Knäuel.
Insgesamt werde ich davon ca. 300g verspinnen, der größte Teil ist sogar schon erledigt und flauschen inzwischen in Form von etwas über 400m vor sich hin**. Ich denke, alles in allem werden es wohl deutlich über 500m werden. Bitte nicht fragen, was es mal werden soll. Vielleicht reicht es für eine Weste.
* Okay, ich bin ehrlich: ich habe gar keine Karden. Ich finde die Dinger ziemlich teuer und bin zu dem Schluss gekommen, daß zwei Feilenbürsten aus dem Baumarkt für einen Bruchteil des Preises diesen Zweck vorerst auch erfüllen. Der Typ für intensives Kardieren bin ich eh nicht.
** Wie ich das messe? Nach dem Zwirnen wickle ich die Wolle gezwungenermaßen ab, so daß sie als lockerer Strang gewaschen werden kann. Derzeit wickle ich um ein Buch, bei dem eine Umrundung 44cm hat und zähle
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