Donnerstag, 12. Februar 2009
Schafe legen Eier
Könnte man zumindest meinen.
Nachdem ja kürzlich besagte Corriedale-Wolle angekommen ist gab es eine Premiere: ich habe mal nicht-naturfarbene Wolle versponnen. Genaugenommen hat mich die Geschwindigkeit des Rades dazu verleitet, drei verschiedene Wollen aus einem Farbsortiment zu einem melierten, leicht flammigen Garn zu verspinnen und zu verzwirnen. Anschließend hab ich das 80m lange Ergebnis der wohl nicht ganz 45 Gramm mit der Nostepinne zu einem Knäuel gewickelt. Folge: ein Ei.
Das Ergebnis hat für mich etwas von dieser halben Stunde nach Sonnenaufgang bei ganz leichter Bewölkung.
Leider kommen durch den Blitz die rötlicheren Töne nicht ganz raus.
Sobald die Kartons im Keller dran sind mit Ausräumen kommen sicher auch die handgesponnenen Knäuel zum Vorschein. Derzeit trocknet im Bad schon was neues vom Rad.
Dienstag, 10. Februar 2009
Ein guter Spinntag
Heute scheint das Schicksal es mal gut mit meiner Spinnerei gemeint zu haben.
Erst kam morgens die Wollbestellung aus England an. Mir scheint, ich habe jetzt das Rad-Aquivalent gefunden zu der neuseeländischen Wolle, mit der seinerzeit das Handspinnen plötzlich seinen Quantensprung erlebte (also von soso lala auf ach, schau an!!). Die Lösung für´s Spinnrad heißt allem Anschein nach Corriedale, und davon werde ich jetzt erstmal ein bißchen was verspinnen, anschließend sollte das dann auch mit den komplexeren Fasern reibungslos klappen, zumindest wenn sich das Radspinnen analog zum Handspinnen entwickelt.
Heute abend wollte ich dann den beiden komischen Geräuschen des Rades auf die Spur kommen. Als da wären a) ein Badoggbadoggbadogg aus der Richtung des Rades und b) ein schluggerschluggerschlugger von Seiten der Spule. Beides nicht wirklich laut, aber auch nicht wirklich dringend notwendig.
Für die Ursache von a) hielt ich ja die Stange zwischen Tritt und Rad. Was hab ich nicht alles dazwischen geklemmt, bis sich zeigte, daß das Rad schief in seiner Halterung hing und regelmäßig einmal pro Drehung gegen seine Halterung schlug. Ein bißchen Genoddel, ein kurzes Stück Lederband zur Behebung der Schieflage, ein paar Tropfen Öl von den Nähmaschinen geklaut - und der Rest war Schweigen.
Naja, nicht ganz, da war ja noch b). B) war aber relativ klar die Spule, die ihre Halterung schlägt. Ein wenig Silikonband drumgewickelt, und schon ist das Schluggern deutlich weniger.
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Ansonsten kämpfe ich noch immer um Bilder des bereits Gesponnenen, leider waren die letzten Photos nicht wirklich scharf, ich brauche Tageslicht.
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast
Als ich gerade mit dem Gedanken "Mensch, was hast du eigentlich die ganze Zeit getrieben abends?!" durch die Wohnung lief, fiel mein Blick plötzlich auf die ganzen gestickten Sachen.
Also: eine weitere Kategorie.
Ich muss allerdings vorwarnen: ich sticke zwar gern, danach habe ich jedoch gewisse Probleme, das Ding abzuschließen. Sprich: Stickerei ist fertig, jetzt müsste man das noch Zunähen o.ä., und an dem Punkt kommt meistens der innere Schweinehund ins Spiel.
Angefangen hat das Elend mit einem Buch namens "Celtic Backstitch", einer Sortimentspackung Garn und jede Menge Zählstoff. Inzwischen bin ich über den Zählstoff hinweg und auch andere Stiche werden mal verwendet. Ich möchte die Sachen trotzdem einigermaßen chronologisch bringen, und vielleicht animiert mich das ja auch dazu, die unfertigen Dinge mal zu beenden.
Somit als ersten Teaser mein zweites Stickwerk überhaupt, ein Lesezeichen (entstanden im Herbst/ Winter 2007):
Freitag, 6. Februar 2009
Auf Eis
Aufgrund der Daumengeschichte musste ich das Spätmittelalterprojekt im letzten Jahr abbrechen. Handnähen wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, und ich wollte nicht pflanzengefärbten Stoff mit der Nähmaschine verarbeiten.
Das Projekt ist allerdings nur aufgeschoben und wird sicher irgendwann wiederbelebt werden, denn ich habe inzwischen so viele Recherche-Ergebnisse, daß es schade darum wäre.
Unter den Lebenden
Leider hat ein maroder Daumen im letzten Jahr meine Handarbeitsmotivation so ziemlich ins Bodenlose gezerrt; die Entzündung im Bereich des Sesambeines hat sich jetzt sage und schreibe von März 2008 bis Januar 2009 gezogen und ist noch immer nicht ganz vom Tisch, wird aber besser. Nachdem ich im Herbst umgezogen bin gab es dann auch ansonsten wenig Zeit und Platz zum Handarbeiten.
Daher gibt es auch wieder die ersten Nachrichten:
1. Das Spätmittelalter 2008 wurde - mangels der Option "Handnähte" - auf Eis gelegt.
2. Anfang Dezember 2008 schneite ein neuer Mitbewohner herein: ein zweifädiges Spinnrad. Bilder werden folgen.
3. Nach mangelnder Zeit und viel Kistengeräume in der neuen Wohnung gibt es inzwischen auch die erste Wolle jenseits von Übungsflammgarn (euphemistisch für: unregelmäßige Wolle, mit der ich nicht weiß, was ich anstellen soll). Auch hiervon wird es demnächst Bilder geben.
4. Neues Projekt Nr. 1: Hätte sich eigentlich schon letztes Jahr einfinden sollen, aber der Daumen... Zur Blauen Nacht 2009 gibt es für den Kollegen Gewandung im Stile der Bewohner der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung (Nürnberger Altenheim für Handwerker des 15. Jh.). Die Materialien liegen seit einem Jahr herum.
5. Ein neues Projekt (Nr. 2) für mich, so die Zeit noch reicht. Es ist noch nicht ganz ausgegoren, daher bleibt es noch etwas unter Verschluss. Nur so viel: es soll barock werden.
6. Im Laufe der Zeit werde ich dann auch noch die Produkte des Winters nachreichen, den ich in erster Linie strickend verbracht habe. Ich hoffe mal, ich hab das alles photographiert.
In diesem Sinne hoffe ich, daß sich die 3 neuen Kategorien bald mit Inhalt füllen werden und ich nicht wieder außer Gefecht gesetzt werde.
Montag, 7. April 2008
Hemd 2
06.03.2008:
Soeben habe ich Vorder- und Rückseite sowie die seitlichen Keile zugeschnitten. Anschließend wurde alles zusammengeheftet. Ein paar kleinere Änderungen werde ich noch vornehmen, dann kann ich mich ans Nähen machen.
Sonntag, 6. April 2008
Färbereien außer Konkurrenz - Die Indigolösung
Heute wurde mal wieder farbige Wolle produziert. Nachdem ich derzeit nicht spinnen kann (maroder Daumen) hab ich erstmal günstig fertige Wolle besorgt (1kg um genau zu sein) um damit weiter zu experimentieren.
Um etwas farbliche Abwechslung zu bekommen habe ich es mit der Indigolösung von Wollknoll.de probiert. Nachdem ich dadurch schummle (ist ja gelöstes Indigo; Magen und Schutz der Nachbarn verbieten mir die traditionelle Aufbereitung - Urin, Gären lassen etc. - von Indigo derzeit) läuft die Aktion außer Konkurrenz.
200g Schurwolle, eine Stunde gebeizt in 50g Alaun und 12 g Weinsteinrahm, wurden in 5l Wasser mit 100 ml 50%iger Essigsäure und ca. 75 ml von der Indigolösung eine halbe Stunde lang gekocht. Ich war etwas misstrauisch, weil ich im Internet von einigen mißglückten Färbungen mit dem Zeug gelesen hatte, kann die negativen Beobachtungen aber überhaupt nicht bestätigen. Die Wolle ist schlicht und ergreifend blau.
Weil ich noch ein Viertel von der Lösung übrig hatte hab´ ich darin den 2. Krappzug von neulich, der mich so an Batik erinnert hat, darin "entsorgt". Es ist zwar noch nass, sieht aber lustig blau-lila-melliert aus. Schade, dass sich das mit dem Kardieren der Wolle ändern wird.
Bilder folgen, wenn der Kram trocken ist.
Ich denke, demnächst kommt mal Cochenille dran.

