Mittwoch, 25. März 2009

XL


Ha! Endlich ist er fertig!
Vor... einiger Zeit hatte ich einem Freund versprochen, ihm einen Pulli zu stricken. Er hatte nämlich eine Wolle bei mir gesehen, die ihm ausnehmend gut gefiel. Aber geben wir´s zu, Pullis in glatt rechts werden irgendwann ein wenig fad (und nachdem auch ich einen Pulli aus der Wolle habe ging mir die auch irgendwann auf den Zeiger ), und so hat sich die Sache etwas gezogen. Statt eines Strickmusters bekam ich einen Alt-Pulli des künftigen Besitzers und durfte mir die Maschenzahlen selbst ausknobeln.
Nachdem ich den 2. Ärmel zur Begeisterung einiger unbekannter Mitreisender Anfang Januar auf der Fahrt nach Wien gestrickt habe, lag das gute Stück nun in Einzelteilen herum und harrte seiner Fertigstellung.
Natürlich ist der Pulli meiner Puppe zu groß. Die kann einfach keinen Mann in den 1,80ern imitieren. Deshalb lässt der Pulli so ein wenig die Schultern hängen.
Der Bestrickte scheint jedenfalls begeistert und fühlt sich an seine Jugendjahre in den 70ern erinnert. Ich würde sagen: Spielziel erreicht.
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Donnerstag, 19. März 2009

Altlastenbeseitigung I

Ich hatte ja erwähnt, daß ich zwar Sticken, nicht aber das Abschließen der Projekte mag. Auf der anderen Seite bin ich gerade rigoros dabei, Handarbeits-UFOs zu beseitigen, und zwar durch Fertigstellung.

Der erste Streich ist ein Beutel, der seit... na, sagen wir mal: Längerem auf Halde lag. Die erste Hälfte (Vorder- und Rückseite sind hier gleich) war schon lange fertig, abgebrochen wurde einmal, weil ich neues Garn brauchte. Also habe ich im Verlauf der letzten Abende auch einmal die 2. Seite gestickt, Vlieseline aufgebügelt (für den Fall, daß später mal etwas hineinkommt, daß sich in den Fäden verheddern könnte) und tatsächlich mal einen Beutel draus gemacht.

Langer Rede kurzer Sinn: Altlast Nr. 1 ist beseitigt und ich mag das Ergebnis.

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Donnerstag, 12. März 2009

Erlaubte Hilfsmittel

Es ist ja schon eine Weile her, daß ich versprochen hatte, das "neue" Rad mal vor die Kamera zu zerren. Heute hat sich das angeboten, denn nicht nur, daß es im Wohnzimmer gerade ungewohnt zivilisiert aussieht, ich hab auch mal daran gedacht.

Ich darf vorstellen, mein Rad:

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Es ist nicht ganz neu, es ist eine sogenannte Ziege (d.h. Schwungrad und Spindel liegen nebeneinander; beim Bock liegen sie übereinander), es ist zweifädig (ein Begriff, der eigentlich totaler Blödsinn ist, denn es ist lediglich ein Triebfaden vorhanden, der jedoch doppelt über das Rad läuft und Spindel und Flügel getrennt antreibt) und spinnt dick wie dünn.

Über Alter oder Produzent weiß ich leider gar nichts. Sollte es da draußen jemanden geben, der da schlauer ist: Laß mich teilhaben!

Bisher haben wir uns aber auch ohne diese Informationen ganz gut verstanden. Es ist recht schlicht, aber genau so mag ich es und ich finde, das dunkle Holz hebt es angenehm aus der Masse der hellen und rötlichen Räder heraus.

Gesponnen, gezwirnt, geknäult

Oder auch: ein kurzer Faserkreislauf.

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Nachdem ich von meinem neuesten Projekt genug produziere, kann ich einmal etwas gleichzeitig in verschiedenen Phasen zeigen.

Ich habe hier zu gleichen Teilen Corriedale in sehr dunklem Blau und hellem Flieder mit magentafarbenem Merino locker kardiert*. Wollte ich eigentlich gar nicht, war aber nicht zu umgehen, da sich das Merino ziemlich geziert hat, mit den gewöhnlichen Schafen zu spielen. Den Snobismus hab ich ihm ausgetrieben.

Beim Spinnen entsteht so ein unregelmäßiger Farbwechsel, teilweise mischen sich die Farben auch. Bei der Fadenstärke habe ich nur leicht variiert um der Wolle noch ein wenig Substanz zu geben.

Anschließend werden je zwei Fäden miteinander gezwirnt und nach dem obligatorischen Waschen zu handlichen Knäueln gewickelt. Ja, die sehen nicht ganz so ordentlich wie gekaufte Knäuel aus, aber sie sind echte Handarbeit an der Nostepinne. So ein Garnwickler zum Kurbeln wäre schon auch mal eine feine Sache, aber so schrecklich oft wickle ich nun auch keine Knäuel.

Insgesamt werde ich davon ca. 300g verspinnen, der größte Teil ist sogar schon erledigt und flauschen inzwischen in Form von etwas über 400m vor sich hin**. Ich denke, alles in allem werden es wohl deutlich über 500m werden. Bitte nicht fragen, was es mal werden soll. Vielleicht reicht es für eine Weste.

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* Okay, ich bin ehrlich: ich habe gar keine Karden. Ich finde die Dinger ziemlich teuer und bin zu dem Schluss gekommen, daß zwei Feilenbürsten aus dem Baumarkt für einen Bruchteil des Preises diesen Zweck vorerst auch erfüllen. Der Typ für intensives Kardieren bin ich eh nicht.

** Wie ich das messe? Nach dem Zwirnen wickle ich die Wolle gezwungenermaßen ab, so daß sie als lockerer Strang gewaschen werden kann. Derzeit wickle ich um ein Buch, bei dem eine Umrundung 44cm hat und zähle fluchend fröhlich die Runden.