Samstag, 26. Dezember 2009

Aran Tam

Seit ich das Buch One Skein Wonders (darin lauter Sachen, die man aus einem Knäuel Wolle Stricken kann) gekauft habe, wollte ich immer die Aran Tam einmal stricken. Ich hatte doch Respekt vor dem Ding, weil es meine erste Strickmütze ist und ich generell immer dann, wenn etwas auch wirklich passen soll, ein wenig nervös bin.

Als mir dann auf der Seite der Wollwerkstatt Kiel die wundervolle Scottish Tweed Aran von Rowan in den Korb gesprungen ist, war alles klar. Allerdings war das schon ein arg knappes Unterfangen. Als zum Schluß die Bommel fertig war, hatte ich noch exakt 2m Wolle übrig. Aber ich liebe meine neue Mütze.

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Samstag, 12. Dezember 2009

Neuigkeiten & Altlasten

Die nächsten Strickstücke sind fertig.

Auf die fingerlosen Pomatomus-Handschuhe bin ich besonders stolz. Das Muster mit seinen endlos vielen rechtsverschränkten Maschen war für meinen Geschmack nicht sooo schön zu stricken, aber das Ergebnis liebe ich einfach. Die Wolle ist Drops Silke-Tweed und fühlt sich mit über 50% Seide einfach toll an (Ich hab da auch noch ein paar Knäuel in grün *hüstel*).

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Vorher hatte ich noch die Creeping Vines-Socken auf den Nadeln, wo sie in meinem üblichen Pausenzustand von 1 1/2 Socken übersommert haben. Das Baumwollsockengarn (Lana Grossa Meilenweit Cotton) hat sich wirklich toll stricken lassen.

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Beide Strickmuster sind von www.ravelry.com

Montag, 30. November 2009

Handarbeits-Winteranfang

Kalendarischer Winteranfang ist langweilig. Astronomischer Winteranfang? Kann ja jeder.

Mein Winteranfang wird irgendwie eher vom ersten Sockenpaar des Jahres bestimmt. Deshalb bekommt das in diesem Jahr auch seinen Platz hier. Es ist das linke.

Das rechte.... befand sich im Zustand von "ein dreiviertel Paar Socken" seit 2 oder 3 Jahren im Dauerwinterschlaf, bis ich es gestern im Anschluss an das erste in einem plötzlichen Anfall von Ufo-Beseitigungswut wieder belebt habe. Insofern ein saisoneröffnender Doppelschlag. Ich hoffe, das sagt nichts über die Qualität oder Quantität des kommenden Winters aus...

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Samstag, 21. November 2009

It´s not a headdress,...

... it´s a statement!

Ich habe Anfang der Woche an zwei Abenden die Herbstwolle zu einer Mütze verhäkelt. An sich schon ein Erlebnis, denn das letzte, was ich gehäkelt habe, war ein Kissenbezug irgendwann in den frühen 90ern (und wenn ich das so schreibe, fühle ich mich ziemlich alt...). Weil ich auf die Schnelle keine Anleitung auf deutsch gefunden habe und nicht auch noch häkeln nur auf Englisch können wollte, habe ich einfach frei Schnauze feste Maschen im Kreis herum gehäkelt und gelegentlich zugenommen. Muster wollte ich ja eh keines, also war das okay.
Als das Ding etwa 25 cm Durchmesser hatte, ging mir auf, daß mir ziemlich schnell einfallen sollte, wie man beim Häkeln abnimmt, wenn ich nicht mit einer ziemlich alternativen Tischdecke dasitzen will. Ich bin alles in allem sehr verblüfft, weil das Ding doch sehr stark dem Vorbild (einer Mütze, die ich letztes Jahr gegen die frostigen Winde aus der ungarischen Tiefebene in Wien erstanden hatte) ähnelt. Auch sonst ist sie genau so geworden, wie ich sie haben wollte.

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Als ich sie aufgesetzt habe, hat sich allerdings mit lautem Getöse Mr. Bob Marley in meinem Kopf eingefunden hat.
Mei, es hilft einfach nix. Nennt mich einfach Betty, Betty Marley.

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Den eigenen Hinterkopf zu photographieren ist übrigens ein sehr unterhaltsames Unterfangen. Falls jemandem einmal langweilig sein sollten, kann ich diese sehr kurzweilige Beschäftigung wärmstens empfehlen. Bei mir musste schließlich der Teddy herhalten.

Sonntag, 15. November 2009

Herbstwolle

Gestern noch im Packerl, heute schon ein kleines Knäuel: Die angekündigte Herbstwolle ist fertig.

Herbst 1

Sie besteht aus zwei verschiedenen Fasermischungen. Für den grüneren Teil habe ich blattgrüne Merino, blattgrüne Corriedale, flaschengrüne Merino, beiges Babycamel und goldgelbe Merino zusammenkardiert, der gold-rote Teil besteht aus zwei verschiedenen Rottönen Mohair, goldgelber Merino und einem ganz kleinen Anteil pflaumenfarbener Corriedale. Beide Mischungen wurden abwechselnd zu einem unregelmäßigen Garn versponnen, das ich im Anschluß mit unterschiedlichen Techniken mit einem goldgelben Faden verzwirnt habe. Ich habe auch ein paar Verdickungen hineingezwirnt.

Herbst 2

Herbst 3

Das Ergebnis sieht zwar aus jeder Richtung anders, aber ziemlich genauso aus, wie ich mir das Garn vorher vorgestellt habe. Bislang (ich will daraus erstmal eine Mütze machen und dann gucken, ob es noch einen passenden Schal geben wird) habe ich davon etwas über 100m, die 62g wiegen. Allerdings hatte ich es ursprünglich etwas dicker spinnen wollen, aber da hat mir wohl die graue Wolle im Vorfeld einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von der habe ich inzwischen 2 kleine gezwirnte Stränge, insgesamt 264 m bei nicht ganz 100g.

Bambus-Merino

Als nächstes gibt´s dann was in Blautönen.

Mittwoch, 11. November 2009

Die Spinnsaison 2009/10

... ist bei mir inzwischen offiziell eröffnet. Nach Bordenau hat mich doch wieder ein gewisser Spinn-Drang erfasst, und nachdem ich sowieso meine Bestände wieder etwas aufstocken musste... *hust* Unter anderem ist mir dabei eine hellgraue Bambus-Woll-Mischung auf eine Bestell-Liste gehüpft, von der inzwischen 99g zu 265m (in gezwirntem Zustand) versponnen worden sind. Als kleiner Teaser erstmal soviel:

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Außerdem warte ich auf eine größere Bestellung aus England, aus der ein Herbstgarn werden soll. Ich bin gespannt, ob die noch vor dem Frühling eintrifft.

Montag, 12. Oktober 2009

Am Drücker

So manch einer musste es sich ja in letzter Zeit häufiger anhören: Ich habe eine neue Kamera. Die Wahl fiel nach langem Überlegen und Vergleichen auf die Lumix DMC-FZ50 von Panasonic, und so langsam werden wir beide warm miteinander. Ich hab mich damit bewußt gegen eine Spiegelreflex entschieden, nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil ich mich kenne: ich bin keine arrangierende, sondern wiedergebende Knipserin, laufe durch die Gegend auf der Suche nach Motiven, die schnell von weit weg zu ganz nah wechseln können. Da hat mich die Aussicht auf´s Herumwuchten einer schweren Ausrüstung nicht wirklich überzeugen können. Und wenn ich ehrlich bin: auch an das Gewicht am oberen Ende der Bridge-Technik musste ich mich erst gewöhnen. Hier werde ich wohl nur selten oder zumindest nicht alle Ergebnisse zeigen, dafür habe ich einen Account bei der deutschen Fotocommunity angelegt. Trotzdem hier ein paar der ersten Bilder, die mir doch das Gefühl vermitteln "es wird". Die ersten größeren Tests habe ich am vergangenen Wochenende in den Nürnberger Hesperidengärten gemacht, denn: Statuen bewegen sich nicht. Weder selbstständig noch im Wind.

hesperidengärten

Hier in groß. In den letzten Tagen war ich beruflich in der Rhön, hauptsächlich in den Freilandmuseen von Fladungen und Tann, aber auch im Schwarzen Moor. Heimgekommen bin ich mit 494 neuen Experimenten mit der Lumix , dieses Mal mit etwas bewegungsfreudigeren Motiven. Darunter intensive Auseinandersetzung mit den Fladunger Hausgänsen

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Groß sowie der örtlichen Insektenwelt auf den letzten Blühpflanzen des Jahres.

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Bessere Qualität

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Volle Größe Das Schwarze Moor (bei dessen Besuch mir nahezu ununterbrochen Temple of the King durch den Kopf ging) präsentierte sich entsprechend eine Nummer düsterer:

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Größer Die Qualität der Bilder ist in der FC (Fotocommunity) besser, insofern haben die Links ihre Daseinsberechtigung. So langsam geht das alles in die richtige Richtung.

Montag, 17. August 2009

Karoschlabberhose

Auf vielfachen Wunsch zweier Damen:
Nachdem ich mir ja zum Vernähen der vorrätigen Elastikstoffberge eine neue moderne Maschine zugelegt habe (die alte klang, als stünde jederzeit ein Warpkernausstoß bevor...), musste die jetzt am Wochenende natürlich ausführlich getestet werden. Jetzt haben also nicht nur die Videoregale und das Wohnzimmerfenster endlich ihre Vorhänge, nein, ich hab auch den eigentlichen Zweck der Maschine angetestet.
Ich habe eine Jersey-Schlabberhose zum Schlafen und Rumgammeln genäht. Schnitt: Irgendwas von Simplicity (okay, hab geschaut, 3699), Stoff von www.stoffe.de für seinerzeit 2 Euro/ Meter. Seeeehr bequem. Nicht spektakulär? Beschwert euch bei Bloody und Nagano für die Photos und den Eintrag.

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P.S.: Schlabberhosen brauchen bei mir eine leichte Überlänge, sonst rutschen die Beine im Schneidersitz zu weit hoch.

Samstag, 25. Juli 2009

Elementares

Ja, auch mir scheint es, als wären meine Hobbys derzeit auf ein einziges zusammengedampft. Es gibt nämlich schon wieder Nachschub beim Schmuck. Heute ohne Nebendarsteller aus der Botanik, auf dem Balkon windet es zu arg.

Das erste neue Ohrring-Paar sollte eigentlich den Namen "Earth, Wind & Fire" bekommen, allerdings ist Disco nicht so ganz meine bevorzugte Musikrichtung, weshalb ich wieder von dem Plan abgekommen bin. Die Thematik bleibt jedoch: Die Hänger bestehen jeweils aus einer Perle schwarzer Lava, einem Silberdrahtknäuel und einer kleinen Granatperle, dieses Mal nicht mit einem durchlaufenden Stab, sondern locker verbunden. Im Gegensatz zu den größeren Paaren sind sie schön leicht, was dazu führt, daß ich sie dauernd trage.

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Nummer zwei der heutigen Ladung ist eine Kette; sie ist so ein bißchen der Ersatz für die Zitronenchrysopas-Lava-Kette vom letzten Mal, mit der ich doch nicht so recht warm geworden bin. Hier wollte ich jetzt ein bißchen mit dem Schmuckdraht experimentieren, dazu die bereits bekannten Zitronenchrysopas- und Lavaperlen, darüber hinaus kleine Amazonitkugeln und noch viel kleinere Silberkügelchen, die die einzelnen Segmente abteilen. Es hat dann doch verhältnismäßig lange gedauert, bis die Kette fertig war. Ich habe sie ganz nerdig während der Wiederholung der Originalsendung zur Mondlandung gebastelt, und irgendwie passen Farbe und Textur der Steine tatsächlich zur Thematik: der Chrysopas erinnert etwas an den Mond, die Lava an die raue Oberfläche und der Amazonit an die kleine Erde im Hintergrund. Ein Bekannter meinte am nächsten Tag prompt "Die sieht irgendwie aus wie aus den 60ern!". Na gut, jetzt heißt sie Mondlandungskette.

Als letztes ein Set, von dem ich wusste, dass ich es machen muss, als ich die

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großen, gravierten Serpentinkugeln im Laden gefunden habe. Als Kontrast fungieren aus Horn und Bein geschnitzte Perlen, kleine Jadeperlen dienen als Abstandshalter und bilden die Kette. Bei den doch recht schweren Ohrringen bin ich schon auf die ersten Tragetests gespannt. Endlich ist es mir auch einmal gelugen, einen Verschluss herzustellen, der nicht aussieht wie selbstgemacht.

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Freitag, 17. Juli 2009

Neues im Schmuckregal

Seit dem letzten Eintrag war ich nicht ganz untätig und kann euch heute den nächsten Schwung Bilder zeigen.

Zum einen die bereits angekündigte Kette zu den Zitronenchrysopas-Lava-Ohrhängern. Ich weiß noch nicht, ob sie mir auf dem Silber gefällt, kann sein, daß ich bei Gelegenheit mal schaue, ob ich sie auf durchsichtigem Material besser finde. Aber generell mag ich sie.

Als Ohrringständer fungiert eine meiner Balkondahlien; bei der letzten Blührunde war sie noch dunkelrot uni. Mein Fazit: Dahlien sind seltsam. Aber trotzdem sind sie meine Lieblingsblumen.

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Das nächste ist ein Paar Lapislazuli-Hänger, für die ich das Material auch schon seit Ewigkeiten hatte. Seit ich sie habe, haben sie sich zu einem meiner Lieblingspaare gemausert, ich trage heuer offenbar recht häufig dunkelblau.

Hintergrund: Im Laden vernachlässigte, heruntergesetzte und anschließend von mir aus mirakulösen Gründen durch den Winter gebrachte Chrysanthemen. Waren das nicht früher Herbstblüher?!

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Zum Schluss noch etwas, das nicht in meinem Haushalt geblieben ist. Nachdem ich noch Sugilith-Eier übrig hatte, habe ich daraus noch ein Paar Ohrringe für Filia gebaut. Ihr kleiner Begleiter ist ein Anhänger aus Purpurit. Das Bild ist vor allem aber auch der Teaser für mein victorianisches Korsett. Das wird nämlich aus der Seide des Beutelchens gemacht.

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(Und jaaa, das heißt auch: wenn ich noch Material übrig habe, mache ich ein Paar gerne auch so oder ähnlich ein zweites Mal. Die Sugilith-Eier sind jetzt allerdings aus.)

Ich war heute übrigens schon wieder neues Material kaufen... *g*

Donnerstag, 9. Juli 2009

Fädelspiele für Große

Seit dem letzten Eintrag war ich nicht ganz untätig und kann euch heute den nächsten Schwung Bilder zeigen.

Zum einen die bereits angekündigte Kette zu den Zitronenchrysopas-Lava-Ohrhängern. Ich weiß noch nicht, ob sie mir auf dem Silber gefällt, kann sein, daß ich bei Gelegenheit mal schaue, ob ich sie auf durchsichtigem Material besser finde. Aber generell mag ich sie.

Als Ohrringständer fungiert eine meiner Balkondahlien; bei der letzten Blührunde war sie noch dunkelrot uni. Mein Fazit: Dahlien sind seltsam. Aber trotzdem sind sie meine Lieblingsblumen.

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Das nächste ist ein Paar Lapislazuli-Hänger, für die ich das Material auch schon seit Ewigkeiten hatte. Seit ich sie habe, haben sie sich zu einem meiner Lieblingspaare gemausert, ich trage heuer offenbar recht häufig dunkelblau.

Hintergrund: Im Laden vernachlässigte, heruntergesetzte und anschließend von mir aus mirakulösen Gründen durch den Winter gebrachte Chrysanthemen. Waren das nicht früher Herbstblüher?!

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Zum Schluss noch etwas, das nicht in meinem Haushalt geblieben ist. Nachdem ich noch Sugilith-Eier übrig hatte, habe ich daraus noch ein Paar Ohrringe für Filia gebaut. Ihr kleiner Begleiter ist ein Anhänger aus Purpurit. Das Bild ist vor allem aber auch der Teaser für mein victorianisches Korsett. Das wird nämlich aus der Seide des Beutelchens gemacht.

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(Und jaaa, das heißt auch: wenn ich noch Material übrig habe, mache ich ein Paar gerne auch so oder ähnlich ein zweites Mal. Die Sugilith-Eier sind jetzt allerdings aus.)

Ich war heute übrigens schon wieder neues Material kaufen... *g*

Donnerstag, 18. Juni 2009

Naturalientausch mit Filiaumbrae

Was lange währt...

Mal wieder hat mir die Post einen Bumerang beschert (ich hab´ da scheint´s ein Abo drauf...), aber endlich ist es angekommen! Nachdem ich Filiaumbraes Temaris immer so schön fand, mir aber dachte, daß ich nicht noch ein Handarbeitshobby brauche, haben wir einen Tauschhandel vereinbart: ein Temari gegen ein Lesezeichen. Bereits vor ein paar Wochen habe ich mich riesig über die schöne Kugel gefreut, jetzt ist endlich auch das Lesezeichen da, wo es hingehört.

Schwarze Seide auf Leinen, dazwischen etwas Pappe. Das Motiv habe ich aus verschiedenen floralen Elementen zusammengesetzt. Ich hoffe, es trifft den Geschmack der Leserin.

Lesezeichen für Filia

Und weil die Post sich so angestellt hat, hab ich dann noch eine Kleinigkeit mit hinein gelegt:

Nadelkissen

Montag, 18. Mai 2009

Shetland Lace Rib Socks

Awa, mal wieder Socken!

Muster-Lieferant Ravelry führte mich zu den Shetland Lace Rib Socken von Marguerite Byrne. Gestrickt habe ich sie in Regia Natural Look 2189, was ein gaaaaanz helles Hellblau darstellt und mich zu kleineren Problemen beim Photographieren geführt hat. Kann "auf dem Rücken liegend die Füße gegen den Schrank halten" wirklich die beste Lösung sein? Ich brauch glaub ich wirklich mal Sockenblocker.

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Montag, 11. Mai 2009

Weldon´s Stripes - Ein Sommerschal

Auf der Suche, was ich aus dem traumhaften Baumwoll-Viscose-Garn von Aslan Trends machen könnte, ist mir "Victorian Lace Today" in die Hände gefallen. Auf Seite 80 sprang mir dort ein scarf with striped border from Weldon´s, Volume 5, 1890 ins Auge. Das Muster erschien mir einfach genug, um nicht umsonst gestrickt zu werden in Anbetracht der melierten Wolle, aber trotzdem spannender als einfach nur geradeaus zu stricken. Das ganze ging dann auch ziemlich flott, wenn auch mit einem gewissen Langeweilefaktor nach 50 cm Schal. Aber das Ergebnis ist es mir wert: das tolle Garn ist zu 75% verarbeitet und ich habe einen Sommerschal. Nachdem es mir hier um ein Alltags-Objekt ging, spielt der mangelnde A-Faktor des Garns auch keine Rolle.

Weldon´s Stripes

Donnerstag, 7. Mai 2009

Von Vögeln und Putten


Und weiter geht es mit der Sammlung.
Diese Maschine ist schon seit etwa 2 Jahren bei mir. Die Stoewer mit Schwingschiffchen (der Unterfaden ist hier nicht auf einer Spule, sondern auf einer kleinen Spindel, die in ein Schiffchen eingelegt wird, welches hin- und her saust) wurde 1911 in Stettin gebaut. Angetrieben wird sie mit einer Handkurbel. Sie ist in einem recht ordentlichen Zustand, ich würde mal sagen eine gute 7. Die Verzierungen sind vollständig, kein Rost, zwar einige kleine Schäden am Lack, aber nur wenige größere Schmacken, die Mechanik ist leichtgängig. Im relativ unspektakulären Preis enthalten war auch ein Häufchen Zubehör und ein abschließbarer Deckel.
Besonders wird die Maschine durch ihr üppiges Dekor mit Vögeln und Putten. Böse Zungen würden hier von Kitsch reden. Von all meinen Maschinen ist sie wohl am ehesten etwas besonderes, zumindest waren auch die Kenner eines amerikanischen Forums von der Verzierung überrascht.
Die Bilder zeigen übrigens den Zustand VOR der Reinigung damals, ich sollte dringend mal "nachher"-Bilder machen.
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Mittwoch, 22. April 2009

Todesblume

Es ist fertig! Eigentlich heißt das Tuch "Flora" und stammt (wie das Waldfruchttuch) aus dem Musterfundus von WollLus. Die Wolle ist Evilla A10 in 8/2. Nach einem fulminanten Auftakt (die Hälfte der Reihen in 2 Abenden) wurde ich jedoch böse ausgebremst. Dummerweise hatte das Muster ein paar Bugs. Nachdem ich stundenlang, teilweise mit Julies Hilfe, versucht habe, das Problem selbst zu lösen und dabei beim Rückwärtsstricken zumindest meinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord gebrochen habe, habe ich dann doch Birgit Freyer von WollLust angeschrieben, die mir freundlicherweise die überarbeitete Version des Musters mailte. Insofern: sollte jemand auch mal mit dem Flora kämpfen, guckt mal, ob ihr rechts die Reihennummern habt. Wenn ja, sollte alles okay sein, die ältere, fehlerhafte Variante hat die nämlich nicht.

Ich hab dann noch ein paar Tage mit dem Tuch, das inzwischen den etwas unhöflichen Beinamen "Tuch des Todes" erhalten hatte, geschmollt und die Frustsocke gestrickt. Jetzt war die Motivation wieder da, und mit dem neuen Muster ging auch alles ganz stressfrei. Den oberen Abschluß bildet eine Picotreihe, wobei mir da doch etwas mulmig war als ich sah, wie das Knäuel mit der verbleibenden Wolle immer winziger und winziger wurde. Immerhin stecken jetzt doch 177g in dem Tuch. Also hat das Tuch doch noch ein glückliches Ende gefunden, aber der morbide Beiname wird ihm wohl bleiben.

Allerdings fällt mir auf, daß ich dringend etwas besseres als die Chaiselongue zum blocken brauche, denn sie hat wieder nur knapp gereicht. Außerdem ist sie ja nicht gerade, was es etwas schwierig macht, wirklich symmetrisch zu spannen.

Genug Gerede, da isses! Ich hab´ mal den Krempel im Hintergrund nicht weggeschnitten, damit man einen besseren Eindruck von der Größe bekommt. Es dürfte etwa 1,90m lang und wohl so 70 cm breit sein. Etwas größeres sollte ich vermutlich auch aus phototechnischen Gründen nicht stricken: langsam werde ich zu klein, um die Dinger ordentlich von oben zu photographieren, aus der Schräge sehen sie immer so verzogen aus.

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Freitag, 17. April 2009

Frustsocke

Nach einer verlorenen Schlacht gegen das nächste Tuch hab´ ich beschlossen, daß JETZT ein guter Moment ist, um auch einmal Lace-Socken zu stricken. Beim Muster handelt es sich um "Whispering Lace Socks", das mir bei Ravelry über den Weg gelaufen ist, das Garn ist Lana Grossa Meilenweit, Farbe 1335. Generell bin ich recht glücklich mit dem Ergebnis, aber der Rest des 50g-Knäuels reicht gerade eben nicht für die 2. Socke, also muss ich da erstmal nachbesorgen. Da ich aber hier ein Ufo im Anflug bemerke, gibt´s trotzdem mal ein Photo. Die neue Fersenvariante mag ich sehr gern, in der Länge hätte das Ding vielleicht noch einen halben Rapport vertragen.

Nachtrag: Ha! Sieg! Am Freitag, kurz vor der Fahrt zu einer Tagung, bin ich in einer Hopplahopp-Aktion zu dem Laden gefahren, in dem ich Knäuel 1 gekauft hatte. Audi ins Parkverbot gestellt, aus den Grabbelkörben am Eingang 2 verbilligte Knäuel Lana Grossa Cotton in grau gegriffen, in den Laden gestürmt, auf die Ecke mit der Meilenweit zugesteuert, gehört "Ui, Sie sind aber zielstrebig!", triumphierend Farbe 1335 gegriffen, Person angegrinst, noch ein Knäuel in einer dazu passenden Farbe geschnappt (schließlich werde ich ja am Ende fast ein Knäuel 1335 über haben), Richtung Kasse stolziert, bezahlt und wieder ins Auto gesprungen.

Anders formuliert: Ich hab´ Nachschub!


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Mittwoch, 8. April 2009

Das Waldfruchttuch

Wie war das nochmal mit der UFO-Beseitigung?

Vor ein paar Tagen habe ich ein weiteres Projekt abgeschlossen, diesmal ist es ein biiiißchen größer als die letzten.

Das Lacetuch wurde nach dem Muster "Nightingale" von WollLust mit einer einfadigen Merinowolle mit dem Namen "Frutos del Bosco" aus dem gleichen Shop gestrickt. Ich hatte lange überlegt, ob ich noch einen Rapport dranstricken soll oder nicht. Ein Glück habe ich es gelassen, denn schon so reichte die Chaiselongue (Länge: 1,8 m) gerade mal so zum Spannen; dabei ging doch gerade mal 60% der 100g Wolle dafür drauf. Ich bin noch immer verstört, aber ansonsten sehr glücklich mit dem Tuch.

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Mittwoch, 1. April 2009

Das Federgewicht


Nachdem ich dieser Tage im Forum feststellen durfte, daß ich nicht die einzige bin, die einen kleinen Fuhrpark nicht mehr ganz so neuer Maschinen beherbergt, nehme ich mir die Bitte um ein Photo meines letzten Neuzugangs zum Anlass, nach und nach meine Maschinen hier vorzustellen.
Die Singer 221 K wird auch Featherweight genannt. Mit etwa 11 Pfund ist sie auch relativ leicht im Vergleich zu anderen Maschinen ihrer Zeit (ich habe mir sagen lassen: auch im Vergleich zu manch moderner Maschine). Das Modell wurde von 1926 bis 1964 (andere Quellen sagen 1933 bis 1961) in den USA und England gebaut. Meine stammt aus dem Jahr 1949 (zumindest wurde der Fabrik in Kilbowie/ Schottland Ende des Jahres die Seriennummer meiner Maschine zugewiesen), verfügt aber über eine so genannte Centennial Badge: 1951 feierte Singer seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass versah man die Maschinen mit einer Jubiläumsmarke (zu deutsch: das ovale Ding rechts an der Maschine sah anders aus als sonst ). Ich nehme mal stark an, daß sie dann auch erst 1951 in den Handel gelangte. Ausgeliefert wurde die Featherweight in einem handlichen Koffer mit ein wenig Zubehör. Der Motor liegt bei den Featherweights noch außerhalb der Maschine und ist mit einem Riemen mit der Mechanik im Inneren verbunden. Meine Maschine läuft noch auf 110 Volt, weshalb ich einen Transformator zum Betrieb brauche. Gemessen an modernen Maschinen sind die Funktionen äußerst sparsam: sie näht vorwärts und rückwärts. Allerdings kann man das gesamte Sortiment an Anbauteilen und Zubehör meiner anderen Maschinen auch an der Featherweight befestigen, weshalb sie damit dann auch Zickzacknähte kann, Rüschen, Biesen, Schnuraufnähen und so weiter. Lediglich die Fadenspannung ist etwas heikel und entpuppt sich immer wieder mal als ziemliches Gepfriemel. Ob das generell so ist oder nur bei meiner habe ich noch nicht herausgefunden.
Gefunden haben wir uns über ein bekanntes Onlineauktionshaus, wo man sie nicht unter ihrem Namen oder ihrer Modellnummer angepriesen hatte. Ich denke, das war der Grund, weshalb ich sie verhältnismäßig günstig bekommen habe. Die Amerikaner sind ganz wild auf diese Maschine und verwenden sie gerne für Quiltkurse. In Deutschland ist sie eher wenig bekannt. Es entstand ein gewisser Mythos, der sich auch im Preis niedergeschlagen hat: bei besagtem Onlineauktionshaus werden in den Staaten und in UK öfter Maschinen für um die 300 Dollar angeboten. Zu dem Preis hätte ich sie mir aber beim besten Willen nicht geleistet. Vom Zustand her liegt meine etwa im Bereich 8, sie hat ein paar kleine Kratzer, die Verzierungen sind vollständig erhalten, kein Rost. Sie ist also nicht fabrikneu, aber in sehr gutem Zustand.
Falls sich jemand für das Modell interessiert: hier finden sich umfangreiche Informationen und auch Angebote (allerdings eher für das gut gefüllte Konto).
Beim Forumstreffen in Bordenau hat mir Tipsy zufällig die Arbeit des Photographierens abgenommen. Danke nochmal an dich, daß ich das Bild verwenden darf!
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Mittwoch, 25. März 2009

XL


Ha! Endlich ist er fertig!
Vor... einiger Zeit hatte ich einem Freund versprochen, ihm einen Pulli zu stricken. Er hatte nämlich eine Wolle bei mir gesehen, die ihm ausnehmend gut gefiel. Aber geben wir´s zu, Pullis in glatt rechts werden irgendwann ein wenig fad (und nachdem auch ich einen Pulli aus der Wolle habe ging mir die auch irgendwann auf den Zeiger ), und so hat sich die Sache etwas gezogen. Statt eines Strickmusters bekam ich einen Alt-Pulli des künftigen Besitzers und durfte mir die Maschenzahlen selbst ausknobeln.
Nachdem ich den 2. Ärmel zur Begeisterung einiger unbekannter Mitreisender Anfang Januar auf der Fahrt nach Wien gestrickt habe, lag das gute Stück nun in Einzelteilen herum und harrte seiner Fertigstellung.
Natürlich ist der Pulli meiner Puppe zu groß. Die kann einfach keinen Mann in den 1,80ern imitieren. Deshalb lässt der Pulli so ein wenig die Schultern hängen.
Der Bestrickte scheint jedenfalls begeistert und fühlt sich an seine Jugendjahre in den 70ern erinnert. Ich würde sagen: Spielziel erreicht.
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Donnerstag, 19. März 2009

Altlastenbeseitigung I

Ich hatte ja erwähnt, daß ich zwar Sticken, nicht aber das Abschließen der Projekte mag. Auf der anderen Seite bin ich gerade rigoros dabei, Handarbeits-UFOs zu beseitigen, und zwar durch Fertigstellung.

Der erste Streich ist ein Beutel, der seit... na, sagen wir mal: Längerem auf Halde lag. Die erste Hälfte (Vorder- und Rückseite sind hier gleich) war schon lange fertig, abgebrochen wurde einmal, weil ich neues Garn brauchte. Also habe ich im Verlauf der letzten Abende auch einmal die 2. Seite gestickt, Vlieseline aufgebügelt (für den Fall, daß später mal etwas hineinkommt, daß sich in den Fäden verheddern könnte) und tatsächlich mal einen Beutel draus gemacht.

Langer Rede kurzer Sinn: Altlast Nr. 1 ist beseitigt und ich mag das Ergebnis.

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Donnerstag, 12. März 2009

Erlaubte Hilfsmittel

Es ist ja schon eine Weile her, daß ich versprochen hatte, das "neue" Rad mal vor die Kamera zu zerren. Heute hat sich das angeboten, denn nicht nur, daß es im Wohnzimmer gerade ungewohnt zivilisiert aussieht, ich hab auch mal daran gedacht.

Ich darf vorstellen, mein Rad:

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Es ist nicht ganz neu, es ist eine sogenannte Ziege (d.h. Schwungrad und Spindel liegen nebeneinander; beim Bock liegen sie übereinander), es ist zweifädig (ein Begriff, der eigentlich totaler Blödsinn ist, denn es ist lediglich ein Triebfaden vorhanden, der jedoch doppelt über das Rad läuft und Spindel und Flügel getrennt antreibt) und spinnt dick wie dünn.

Über Alter oder Produzent weiß ich leider gar nichts. Sollte es da draußen jemanden geben, der da schlauer ist: Laß mich teilhaben!

Bisher haben wir uns aber auch ohne diese Informationen ganz gut verstanden. Es ist recht schlicht, aber genau so mag ich es und ich finde, das dunkle Holz hebt es angenehm aus der Masse der hellen und rötlichen Räder heraus.

Gesponnen, gezwirnt, geknäult

Oder auch: ein kurzer Faserkreislauf.

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Nachdem ich von meinem neuesten Projekt genug produziere, kann ich einmal etwas gleichzeitig in verschiedenen Phasen zeigen.

Ich habe hier zu gleichen Teilen Corriedale in sehr dunklem Blau und hellem Flieder mit magentafarbenem Merino locker kardiert*. Wollte ich eigentlich gar nicht, war aber nicht zu umgehen, da sich das Merino ziemlich geziert hat, mit den gewöhnlichen Schafen zu spielen. Den Snobismus hab ich ihm ausgetrieben.

Beim Spinnen entsteht so ein unregelmäßiger Farbwechsel, teilweise mischen sich die Farben auch. Bei der Fadenstärke habe ich nur leicht variiert um der Wolle noch ein wenig Substanz zu geben.

Anschließend werden je zwei Fäden miteinander gezwirnt und nach dem obligatorischen Waschen zu handlichen Knäueln gewickelt. Ja, die sehen nicht ganz so ordentlich wie gekaufte Knäuel aus, aber sie sind echte Handarbeit an der Nostepinne. So ein Garnwickler zum Kurbeln wäre schon auch mal eine feine Sache, aber so schrecklich oft wickle ich nun auch keine Knäuel.

Insgesamt werde ich davon ca. 300g verspinnen, der größte Teil ist sogar schon erledigt und flauschen inzwischen in Form von etwas über 400m vor sich hin**. Ich denke, alles in allem werden es wohl deutlich über 500m werden. Bitte nicht fragen, was es mal werden soll. Vielleicht reicht es für eine Weste.

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* Okay, ich bin ehrlich: ich habe gar keine Karden. Ich finde die Dinger ziemlich teuer und bin zu dem Schluss gekommen, daß zwei Feilenbürsten aus dem Baumarkt für einen Bruchteil des Preises diesen Zweck vorerst auch erfüllen. Der Typ für intensives Kardieren bin ich eh nicht.

** Wie ich das messe? Nach dem Zwirnen wickle ich die Wolle gezwungenermaßen ab, so daß sie als lockerer Strang gewaschen werden kann. Derzeit wickle ich um ein Buch, bei dem eine Umrundung 44cm hat und zähle fluchend fröhlich die Runden.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Disclaimer

Weil es mir gerade auffiel im letzten Beitrag: wenn ich sage „handgesponnen“, dann meine ich es im Gegensatz zu „radgesponnen“, also mit der Handspindel und ohne weitere Hilfsmittel. Bis jetzt habe ich noch nichts versponnen, das vorher schon ein Garn war. Ich versuche, da künftig mehr darauf zu achten, aber falls es wieder auftaucht: Handgesponnen = Spindel, sonstiges, nicht erwähntes = mit dem Rad erzeugt.

Teaser: von der neuesten Wolle gibt es schon ein Knäuel, einen trocknenden Strang und 1 ¾ Spulen. Danach ist hoffentlich die neue Lieferung aus UK da: das erste Konzeptgarn ist im Anmarsch. (Jaaaaa, ich finde Spinnen derzeit unglaublich meditativ und entspannend. Man braucht sich währenddessen auch nicht überlegen, ob es hinterher auch passt.)

Tipps

Weil ich immer mal wieder nach Tipps gefragt werde, hier ein paar persönliche Gedanken zum Spinnen. Ich betone das „persönlich“, weil Spinnen für mich etwas ist, wobei man Lernwilligen nur wenig Ultimatives raten, sondern lediglich Grundsätzliches zeigen und Ideen liefern kann.
1. Ich finde das Spinnen mit der Handspindel leichter zu erlernen als das Spinnen mit dem Rad. Man kann das Tempo leichter bestimmen, die Fehlerquellen sind geringer, geht etwas schief hat man nicht so viel Gefummel.
2. Historisch korrekt sind für´s Mittelalter eigentlich nur Handspindeln mit Gewichten aus Ton oder Speckstein. Besser für Anfänger geeignet sind allerdings gedrechselte Holzspindeln, bei denen der Wirtel (der dicke Teil, der für den Schwung sorgt ) größer ist. Dadurch läuft die Spindel länger und gleichmäßiger. Die häufig zu sehenden Kreuzspindeln sind nicht historische Darstellungen geeignet, sie stammen meines Wissens aus dem anatolischen Raum.
3. Schwere Spindeln für dicke Garne, leichte Spindeln für dünne Garne und feine Fasern wie Seide. Nur so nebenbei: mittelalterliche Spindeln (bzw. die Spinnwirtel) sind meist recht leicht und kaum zum Spinnen grober Garne geeignet. Das allein zeigt, wie falsch die doch noch häufig anzutreffende Vorstellung vom mittelalterlichen Menschen in grober Klamotte ist.
4. Spinnräder können einem liegen oder nicht. Ich würde aber gerade am Anfang nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen. Spinnen ist – ob nun mit der Fallspindel oder dem Rad – eine Sache des Übens, viele geben da zu früh auf. (Zum Handspinnrad kommt bei Gelegenheit noch ein eigener Beitrag.)
5. DIE Wolle gibt es nicht. Für den Anfang würde ich zu einer Wolle mit mittlerer Stapellänge (als Länge der einzelnen Haare) raten, die nicht allzu glatt ist. Ob die Wolle nun im Kammzug oder im Vlies vorliegt, halte ich für Geschmackssache. Rohwolle, die man erst reinigen oder waschen muss finde ich für den Anfang etwas heftig, da macht man sich das Leben unnötig schwer. Schließlich ist so eine Wolle mit Knötchen und Dreck eine neue potentielle Quelle für Probleme. Glatte Fasern dagegen Flutschen schnell, brauchen aber mehr Drall und eine etwas ausgefeiltere Technik um zu halten Also verschiebt Merino, Alpaka und Co. erstmal nach hinten. Allzu kratzig und störrisch sollte die Wolle aber auch nicht sein. Praktisch finde ich die Probierpakete, die viele Onlineshops anbieten. Das ist eine tolle Möglichkeit, verschiedene Wollen zu testen und die für einen selbst geeignete zu finden. Nach der Aha-Wolle verspinnen sich auch andere viel leichter. Aber: 1 kg Wolle ist mehr, als man meint. Und: Wolle macht süchtig. Da merkt man die enge Verwandtschaft zum Stoff.
6. Ihr lernt besser, wenn ihr was zu gucken habt? Youtube ist euer Freund. Viele talentierte Leute zeigen da, was alles möglich ist. Einfach mal "spinning" oder "spin" und evtl. "wool" ins Suchfeld eintragen. Schriftliche Anleitungen bietet das Internet zu Hauf auch in deutscher Sprache.
7. Auszugstechniken gibt es viele. Teilt kleinere Häppchen der Wolle ab, zieht „trocken“ daran und bekommt ein Gefühl für euer Material. Am Anfang gilt wirklich: was auch immer für euch funktioniert ist richtig. Ein Faserdreieck ist aber wirklich hilfreich. Danach könnt ihr euch noch immer mit dem Langen Auszug (long draw) oder den diversen anderen Techniken beschäftigen und überlegen, ob eure Spinnereien nun dem Stricken, Weben oder eurem künstlerischem Ausdruck dienen sollen.
8. Wollt ihr Zwirnen, dann spinnt immer in eine Richtung (Spindel oder Rad müssen sich dazu immer in die gleiche Richtung drehen) und zwirnt in die entgegengesetzte. Zwirnen hat zum einen den Vorteil, daß die Wolle stabiler wird, kann aber auch für Effekte verwendet werden (siehe Winterwolle). Zudem nimmt es den (oft vorhandenen) überschüssigen Drall wieder aus der Faser, ohne daß man Haspeln muss. Waschen sollte man die Wolle vor dem Weiterverarbeiten trotzdem.
9. Wann muss man Haspeln? Eigentlich nur, wenn man einen einzelnen gesponnenen Faden verwenden möchte (engl. single). Wie geht´s? Die Wolle wird abgewickelt, gespannt und angefeuchtet. Nach dem Trocknen ist der größte Teil des überschüssigen Dralls weg (gegen total überdrehte Wolle hilft das aber nichts!). Eine Haspel braucht man dazu nicht unbedingt. Auch Stuhlbeine und ähnliches können hervorragende Dienste leisten.
10. Ansonsten habe ich einen einzigen ultimativen Tipp: üben, üben, üben. Ganz banal, aber sehr essentiell. Gebt nicht zu früh auf, es ist so ein schönes Hobby.
Und nächsten Winter gebe ich wieder einen Kurs am Bildungszentrum, falls ihr in der Nähe von Nürnberg wohnt.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Winterwolle

Ich hatte es ja schon erwähnt, als die Corriedale gewickelt war hing schon das nächste Projekt zum Trocknen im Badezimmer.

Die Idee zu dieser Wolle lag seit einem knappen Jahr auf Eis. Wieder ins Bewußtsein gerückt ist sie mir, als ich Lily im Herbst ein kleine Probe eines Bestandteils geschickt habe.

Okay, lange genug um den heißen Brei geredet:

Beim neuesten Ball handelt es sich um knapp 160m dünn handgesponnenes pastellmelliertes Synthetikgarn, das sich an ca. 110g graues Gotlandflammgarn kuschelt.

Gotland Synth

Donnerstag, 12. Februar 2009

Schafe legen Eier

Könnte man zumindest meinen.

Nachdem ja kürzlich besagte Corriedale-Wolle angekommen ist gab es eine Premiere: ich habe mal nicht-naturfarbene Wolle versponnen. Genaugenommen hat mich die Geschwindigkeit des Rades dazu verleitet, drei verschiedene Wollen aus einem Farbsortiment zu einem melierten, leicht flammigen Garn zu verspinnen und zu verzwirnen. Anschließend hab ich das 80m lange Ergebnis der wohl nicht ganz 45 Gramm mit der Nostepinne zu einem Knäuel gewickelt. Folge: ein Ei.

Das Ergebnis hat für mich etwas von dieser halben Stunde nach Sonnenaufgang bei ganz leichter Bewölkung.

Leider kommen durch den Blitz die rötlicheren Töne nicht ganz raus.

Corriedale Sunrise

Sobald die Kartons im Keller dran sind mit Ausräumen kommen sicher auch die handgesponnenen Knäuel zum Vorschein. Derzeit trocknet im Bad schon was neues vom Rad.

Dienstag, 10. Februar 2009

Ein guter Spinntag

Heute scheint das Schicksal es mal gut mit meiner Spinnerei gemeint zu haben.

Erst kam morgens die Wollbestellung aus England an. Mir scheint, ich habe jetzt das Rad-Aquivalent gefunden zu der neuseeländischen Wolle, mit der seinerzeit das Handspinnen plötzlich seinen Quantensprung erlebte (also von soso lala auf ach, schau an!!). Die Lösung für´s Spinnrad heißt allem Anschein nach Corriedale, und davon werde ich jetzt erstmal ein bißchen was verspinnen, anschließend sollte das dann auch mit den komplexeren Fasern reibungslos klappen, zumindest wenn sich das Radspinnen analog zum Handspinnen entwickelt.

Heute abend wollte ich dann den beiden komischen Geräuschen des Rades auf die Spur kommen. Als da wären a) ein Badoggbadoggbadogg aus der Richtung des Rades und b) ein schluggerschluggerschlugger von Seiten der Spule. Beides nicht wirklich laut, aber auch nicht wirklich dringend notwendig.

Für die Ursache von a) hielt ich ja die Stange zwischen Tritt und Rad. Was hab ich nicht alles dazwischen geklemmt, bis sich zeigte, daß das Rad schief in seiner Halterung hing und regelmäßig einmal pro Drehung gegen seine Halterung schlug. Ein bißchen Genoddel, ein kurzes Stück Lederband zur Behebung der Schieflage, ein paar Tropfen Öl von den Nähmaschinen geklaut - und der Rest war Schweigen.

Naja, nicht ganz, da war ja noch b). B) war aber relativ klar die Spule, die ihre Halterung schlägt. Ein wenig Silikonband drumgewickelt, und schon ist das Schluggern deutlich weniger.

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Ansonsten kämpfe ich noch immer um Bilder des bereits Gesponnenen, leider waren die letzten Photos nicht wirklich scharf, ich brauche Tageslicht.

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

Oder vielmehr: Ich weiß wieder, was ICH letzten Sommer getan habe. Und letztes Frühjahr. Und im Winter davor.

Als ich gerade mit dem Gedanken "Mensch, was hast du eigentlich die ganze Zeit getrieben abends?!" durch die Wohnung lief, fiel mein Blick plötzlich auf die ganzen gestickten Sachen.

Also: eine weitere Kategorie.

Ich muss allerdings vorwarnen: ich sticke zwar gern, danach habe ich jedoch gewisse Probleme, das Ding abzuschließen. Sprich: Stickerei ist fertig, jetzt müsste man das noch Zunähen o.ä., und an dem Punkt kommt meistens der innere Schweinehund ins Spiel.

Angefangen hat das Elend mit einem Buch namens "Celtic Backstitch", einer Sortimentspackung Garn und jede Menge Zählstoff. Inzwischen bin ich über den Zählstoff hinweg und auch andere Stiche werden mal verwendet. Ich möchte die Sachen trotzdem einigermaßen chronologisch bringen, und vielleicht animiert mich das ja auch dazu, die unfertigen Dinge mal zu beenden.

Somit als ersten Teaser mein zweites Stickwerk überhaupt, ein Lesezeichen (entstanden im Herbst/ Winter 2007):
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